Battlefield_V_aufmacher

Mit Battlefield V hat kürzlich der neuste Teil der erfolgreichen Shooter-Reihe das Licht der Welt erblickt. Diesmal lässt uns Entwickler Dice den zweiten Weltkrieg hautnah nachempfinden. Ob das gelungen ist, erfahrt ihr in unserem Test.

Kriegsgeschichten
Battlefield V ist kein reiner Mehrspieler-Shooter, sondern greift für den Singleplayer-Bereich erneut das vielversprechende Konzept der Kriegsgeschichten auf. Davon stehen zum Launch allerdings lediglich drei zur Verfügung, eine vierte soll jedoch noch im Dezember folgen. Doch konzentrieren wir uns erst einmal auf die, die wir auch zu Beginn spielen können.  Leider werdet ihr mit diesen jedoch sehr schnell durch sein, im Schnitt 1,5 -2  Stunden werdet ihr für eine Missionen benötigen.  Meiner Meinung nach klar zu wenig, zumal es diesmal nicht gelingt den Spieler wirklich in die Geschichte hineinzuziehen, es fehlt schlichtweg die Bindung zwischen Protagonist und Spieler.

Immerhin werden euch dafür  vermehrt Freiheiten bei der Missionserfüllung geboten. So könnt ihr selbst entscheiden, welchen der drei Punkte auf der Karte ihr beispielsweise als erstes einnehmen bzw. zerstören wollt. Zudem könnt ihr euch auch frei überlegen, ob ihr laut mit jeder Menge Blei vorgeht oder lieber leise und unentdeckt. Wirkliche Anreize zu schleichen werden allerdings nicht geboten, am effektivsten ist es meist doch knallhart mittendurch zu gehen. Das liegt vielleicht auch daran, dass die KI von Battlefield V nicht gerade die beste ist. Für die meisten wird das aber vermutlich nicht ganz so tragisch sein, da Battlefield V in erster Linie eben doch ein Multiplayer-Shooter bleibt.

Mehrspieler-Action
Battlefield V bietet gewohnt starke Multiplayer-Action – nun wieder im Setting des zweiten Weltkriegs. Doch es gibt es auch Änderungen, z.B. bei den Klassen. So kann nicht mehr jeder Spieler einfach Gegner spotten. Dies bleibt dem Späher/Scharfschützen vorbehalten und auch der benötigt hierfür sein Fernglas. Das wiederum hat starke taktische Einflüsse auf das Spiel. Die Rolle des Snipers gewinnt daher klar an Bedeutung, während die anderen Klassen vermehrt unbemerkte Flankenangriffe und dergleichen durchführen können. Das verändert den Spielablauf gewaltig, macht aber gleichzeitig auch eine Menge Laune. Generell ist das Zusammenspiel als Team gefühlt deutlich wichtiger geworden. Schon alleine deswegen, weil der Squad Leader mit den gemeinsam erspielten Punkten Punkteserien anfordern kann.

Die Entwickler versprechen bei Battlefield V beeindruckende und packende Multiplayer-Action. Und eins kann ich sagen, dieses Versprechen wurde mehr als gehalten. Das Spielgefühl ist einfach beeindruckend und für mich das Beste, das die Battlefield-Reihe seit vielen Jahren zu bieten hat.

Mit dabei sind diesmal folgende Spielmodi:

  • Durchbruch
    Hier müsst ihr die Ziele der Gegner nacheinander einnehmen, die wiederum verteidigen. Nach Ablauf der Zeit gibt es im Anschluss  einen Seitenwechsel und das Ganze geht andersherum. Gewonnen hat das Team, das am Ende weitergekommen ist.
  • Eroberung
    Für viele sicherlich der Klassiker unter den Spielmodi. Gespielt werden kann mit bis zu 64 Spielern gleichzeitig.
  • Frontlinien
    Ähnelt dem Durchbruch-Modus.  Nur seid Ihr hier Angreifer und Verteidiger zugleich und müsst den jeweils aktiven Punkt einnehmen um nach und nach zur gegnerischen Basis vorzustoßen.
  • Große Operationen
    Simuliert das Gefechtsgeschehen über mehrere Tage und Karten hinweg. Hier kommen verschiedene Modi zum Einsatz
  • Team Deathmatch und Vorherrschaft
    Die Spielmodi-Klassiker dürfen natürlich ebenfalls nicht fehlen

Spektakulär
Battlefield V bietet brachiale Action. Und dabei darf natürlich auch eine zerstörbare Umgebung nicht fehlen. Und so sind Großteile der Maps mit großem Kaliber zerstörbar. So weit, dass am Ende von manchen Häusern nicht mehr viel übrig bleibt. Das kann unter Umständen natürlich auch eure eigene Deckung zerstören, dafür könnt ihr im Gegenzug auch selbst welche errichten. Sei es durch Stacheldraht oder Barrieren aus Sandsäcken und sogar Geschützen. Letztere könnt ihr allerdings nicht hinstellen, wo ihr wollt, sondern nur da wo es die Entwickler auch vorgesehen haben. Das mag auf den ersten Blick vielleicht etwas ärgerlich wirken, ist aus spielerischen Gründen aber nachvollziehbar.

Spektakulär ist dafür die Grafik von Battlefield V. Der Shooter sieht einfach fantastisch aus und den Entwicklern ist es gelungen, den zweiten Weltkrieg packend und detailgetreu einzufangen. Besonders erfreulich dabei: das Spiel läuft selbst bei großen Gegneraufkommen stets flüssig. Da kann man auch leicht über kleinere Bugs hinwegsehen, die aber ohnehin kaum ins Gewicht fallen. Beeindruckend ist aber nicht nur die Optik, auch der Sound ist über jeden Zweifel erhaben. In Kombination mit der realistischen Grafik lässt euch Battlefield V tatsächlich tief in das atmosphärisch dichte Weltkriegsszenario eintauchen.  Und wie erwartet, ist das Gameplay von Battlefield V über jeden Zweifel erhaben. Man merkt einfach, dass Entwickler Dice über eine langjährige Erfahrung im Shooter-Bereich verfügt. Ganz egal ob zu Fuß, im Panzer oder im Flugzeug – die Steuerung ist stets präzise  und geht leicht von der Hand.

Fazit
Battlefield V ist für mich das beste Battlefield seit vielen Jahren und hat mich vom ersten Moment an in seinen Bann gezogen. Den Entwicklern ist es eindrucksvoll gelungen, die Zeit des zweiten Weltkriegs einzufangen – mit einer tollen Grafik, spektakulärem Sound und gewohnt starkem Gameplay. Schwächen des Vorgängers wurden zum Großteil ausgemerzt und Spielelemente verbessert. Einzig die Solokampagne ist leider klar zu dürftig ausgefallen und konnte mich nicht so richtig mitreißen. Doch sind wir ehrlich, Battlefield V ist und bleibt ein Multiplayer-Shooter. Und das ein verdammt guter. Zugreifen!

 

Battlefield V (Xbox One)