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Agent 47 ist zurück und hat den neusten Teil der beliebten Stealth-Action Reihe im Gepäck – Hitman 2. Wir haben uns auf eine mörderische Tour begeben und verraten euch in unserem Test, ob das neuste Abenteuer des Profikillers überzeugt.

Auftragskiller in fremden Gefilden
Im Hitman 2 übernehmt ihr auch diesmal wieder die Rolle von Agent 47, einem abgebrühten Auftragskiller. Im Vergleich zum Vorgänger, der zum Missfallen der Spielergemeine in Episoden aufgeteilt und erst nach und nach ergänzt wurde, steht euch diesmal das „komplette“ Spiel von Beginn an zur Verfügung. Und es wird einiges geboten, z.B. in Form von sechs völlig verschiedenen und wirklich beeindruckenden Settings. So verschlägt es euch z.B. nach Mumbai, Miami und Santa Fortuna.

Doch nicht nur die Schauplätze gefallen mir noch besser als beim Vorgänger, auch die Story überzeugt mit Wendungen und so einigen Überraschungen. Diese wird durch Zwischensequenzen vor und nach den Aufträgen immer weiter vorangetrieben. Etwas schade und für mich unverständlich bleibt es dabei aber, dass diese nicht voll animiert, sondern aus überwiegend statischen Aufnahmen samt Voice-Over bestehen. Hier wäre klar mehr drin gewesen. Doch sei es drum, der starken Story kann auch das nichts anhaben. Dafür macht Hitman 2 im Ganzen einen reiferen Eindruck und stellt eine deutliche Weiterentwicklung des letzten Teils dar, dem  Reboot der Serie.

Kreativer Auftragsmord
Hitman 2 bietet gigantische Schauplätze, in denen ihr euch als Auftragskiller so richtig austoben könnt. Egal ob im dichten Gedränge Mumbai, im hippen Miami oder in der Vorstadt Whittleton Creek – eure Möglichkeiten, die Zielperson um die Ecke zu bringen sind nahezu grenzenlos. Wie ihr dabei vorgeht, liegt ganz bei euch, der eigenen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Und natürlich könnt ihr auch diesmal auch wieder eine Fülle an möglichen Tötungswaffen zurückgreifen, darunter zum Teil auch wirklich abgefahrene Gadgets. Doch egal wie ihr es angeht, Anspannung ist garantiert, schließlich kann jeder noch so gute Plan plötzlich durchquert werden. Und weil es eben so viele verschiedene Spielansätze ermöglicht, macht auch ein mehrmaliges Spielen Sinn und absolut Laune. Es fühlt sich einfach immer anders ein.

Spielerische Neuerungen
Grundsätzlich hat sich an der Spielmechanik von Hitman 2 im Vergleich zum Vorgänger nicht allzu viel getan. Muss es auch gar nicht, dennoch bietet der neuste Teil einige sinnvolle Neuerungen. Da wäre in erster Linie die Rückkehr des nützlichen Koffers zu nennen, in dem man sperrige und vor allem Aufsehen erregende „Tötungsgadgets“ verstecken kann. So könnt ihr euch auch unauffällig unters Volk mischen oder seid vor misstrauischen Blicken der Wachen geschützt. Blicke sind übrigens ein gutes Stichwort. Denn verglaste Flächen können euch nun auch schneller verraten, als euch lieb ist. Also Obacht, wenn ihr euch euerm Feind nähert. Nicht, dass er euch schon in der Scheibe sieht und sich euerm Angriff entziehen kann. Ebenfalls neu an Bord ist der Bild-in-Bild-Modus. Dieser zeigt euch z.B. an, wenn ihr euch an einer Überwachungskamera vorbeibewegt oder wenn an einer anderen Stelle der Karte gerade etwas Wichtiges passiert.

Neulinge müssen sich übrigens keine Sorgen in Anbetracht der zahlreichen spielerischen Möglichkeiten machen. Zum einen bietet das Spiel eine Intro-Mission, in der alle wichtigen Spielfunktionen erklärt werden  und zum anderen gibt es für jeden Auftrag mehrere vorgefertigte Tötungsmechanismen an. Auf diese Weise wird euch ein vorgefertigter „Rahmen“ in der sonst völlig freien Welt geboten.

Überzeugende Technik
Hitman 2 ist vielleicht  kein Grafikwunder, aber insbesondere die riesigen Spielwelten mit ihren wirklich vielfältigen Details sind wirklich beeindruckend. Nicht nur, dass ihr an jeder Ecke etwas entdecken könnt, auch die aufwendigen Reflexionen und tollen Lichteffekte haben mich überzeugt. Den Entwicklern ist es gelungen, lebendige und authentische Spielwelten zu schaffen. Tolle Arbeit!

Und auch spielerisch merkt man, dass die Entwickler auf einen großen Erfahrungsschatz im Stealth-Action-Bereich zurückgreifen können. Hier hat alles Hand und Fuß und es macht einfach Laune, als Agent 47 seine Missionen zu erfüllen. Das müsst ihr im Übrigen nicht mal unbedingt alleine, denn im kompetitiven Multiplayer-Modus „Ghost Mode“ tretet ihr im 1 vs. 1 gegen einen Gegner an, um den ultimativen Auftragskiller zu ermitteln. Dabei gilt es herauszufinden, wer die meisten, bzw. schnellsten Morde begeben. Durchaus „spaßig“ und ein nettes Addon zur eigentlichen Kampagne. Und auch beim Sound gibt sich der Titel keine Blöße. Im Gegenteil, die Soundeffekte passen und die stimmige Musik trägt zur insgesamt sehr gelungenen und positiv angespannten Grundstimmung.

Fazit
Hitman 2 ist kein Grafwunder und bietet vielleicht keine bahnbrechenden Neuerungen im Stealth-Action-Bereich. Doch das ist für mich zweitrangig, denn es hat mich bestens unterhalten. Die Entwickler haben sich die Stärken des Vorgängers zu Herzen genommen und mit Hitman 2 eine wirklich erstklassige Fortsetzung entwickelt, die insbesondere mit ihren abwechslungsreichen und riesigen Schauplätzen überzeugt. Wer also schon immer mal als Auftragskiller sein Unwesen treiben wollte, der sollte nicht lange überlegen, sondern zugreifen.

Hitman 2 (Xbox One)