Just_Cause_4_aufmacher

Die Zeit des Wartens ist vorbei: der wortkarge Held Rico Rodriguez lässt es in Just Cause 4 nach ein paar Jahren Pause wieder ordentlich krachen. Und diesmal geht es noch mehr zur Sache als zuvor. Schließlich hab ihr es diesmal auch mit mehreren Naturgewalten zu tun. Wie sich der Chaos-Action-Titel im Test geschlagen hat, erfahrt ihr in unserem Artikel.

Chaotisches Südamerika
In Just Cause 4 verschlägt euch diesmal nach Südamerika, genauer gesagt auf die fiktive Insel Solís. Die Bevölkerung wird seit Ewigkeiten von der Espinosa-Familie ausgebeutet und sehnt eine Befreiung herbei. Hier kommt unser Held Rico ins Spiel, der bekanntlich schon den einen oder anderen Diktator gestürzt hat. Und schließlich ist es auch eine persönliche Angelegenheit für ihn, schließlich wurde sein Vater auf der Insel geboren und kam auch dort  auf unnatürliche Weise zu Tode. Also geht’s ab auf die Insel, um dem Diktator das Leben schwer zu machen und einmal so richtig aufzuräumen. So viel zur Story in aller Kürze.

Chaos pur
Die Story von Just Cause 4 ist für mich, und vermutlich auch für den Großteil von euch, ehrlicherweise zweitrangig. Vielmehr geht es bei diesem Titel um Action und Chaos satt. Und ich kann gleich vorweg sagen, diesbezüglich werdet ihr nicht enttäuscht. Während wir bei anderen Shootern Gegner mit der Knarre oder anderen Waffen ausschalten, geht Just Cause 4 einen großen Schritt weiter. Einen sehr großen sogar, laut Entwickler Square Enix stehen euch nämlich vier Millionen Möglichkeiten zur Verfügung, Feinde auszuschalten. Doch wie kann das sein? Die Antwort ist schnell gefunden: der Enterhaken! Mit diesem kann sich Rico nicht nur von Haus zu Haus schwingen, sondern auch Dinge heranziehen, miteinander verbinden und zur Explosion bringen. Aber auch abseits des Enterhakens stehen euch bei diesem Open-World-Spektakel so viele Möglichkeiten der kreativen Gegnereliminierung zur Verfügung, eurer Kreativität sind quasi keine Grenzen gesetzt. Eine große Stärke der Reihe – damals und heute.

Stürmische Aussichten
Beim Gameplay gibt es dieses Jahr eine große Neuerung – gefährliches Wetter. Rico bekommt es nämlich mit gleich mehreren Naturphänomenen zu tun: Blitze, Schneestürme und ein riesiger Tornado machen euch das Leben schwer. Doch hat man erstmal den Dreh raus und weiß, wie man sich gegen diese Widrigkeiten zur Wehr setzt, kann man diese auch für sich nutzen. So macht es beispielsweise eine Menge Spaß die Winde des Tornados auszunutzen und mit dem Wingsuit durch die offene Spielwelt zu gleiten.

Aber auch ohne Wingsuit werdet ihr bei Just Cause 4 auf eure Kosten kommen. Egal ob ihr der Story folgt oder nicht, überall knallt und kracht es. Und überall gibt es in der verrückten Welt des Just Cause 4 etwas zu entdecken. Und was mir dabei besonders gut gefällt: Just Cause 4 nimmt sich dabei selbst nicht ernst. Und so ist der Titel genau der richtige, um nach einem harten Arbeitstag einfach mal zu entspannen. Die eingängige Steuerung geht dabei gewohnt gut von der Hand, hier gibt es nichts zu meckern.

Perfomance mit Schwächen
Auch wenn Just Cause 4 eine Menge Spaß macht, es gibt auch Schwächen. Diese sind insbesondere bei der Grafik zu finden. Zwar sehen die Landschaften und Wettergewalten wirklich imposant aus, von den Gesichtszügen der Protagonisten ist das allerdings nicht zu behaupten. Das fällt insbesondere auch in den Zwischensequenzen auf, in denen viele Charaktere eher wie Bauchredner wirken als knallharte Actionhelden.

Darüber hinaus ploppen viele Details leider immer erst nach und nach auf, Zäune flimmern und auch sonst treten hier und da gelegentliche Bugs auf, die den sonst so positiven Gesamteindruck etwas trüben. Ganz so dramatisch ist es am Ende aber auch wieder nicht und vielleicht werden diese Fehler durch einen Patch ja auch zeitnah beseitigt. Beim Sound kann der Titel dafür wieder einiges gut machen. Insbesondere die zahlreichen Explosions- und Waffensounds klingen richtig gut und unterstreichen die brachiale Action im Spiel.

Fazit
Schon Just Cause hat mich damals in seinen den Bann gezogen. Nun viele Jahre später, gelingt Just Cause 4 genau das erneut. Der Titel steht wie kaum ein anderer für völlig unkomplizierte und spaßige Action. In der wirklich schön anzusehenden und äußerst abwechslungsreichen Spielwelt wird garantiert nie langweilig werden. Überall warten Gegner auf euch, Items können gesammelt oder Gegner äußerst unterschiedliche Arten und Weisen ausgeschaltet werden. Vielleicht ist das Gameplay nicht so ausgereift wie das eines GTA V beispielsweise, das tut dem Spielspaß aber keinen Abbruch. Im Gegenteil: die unfassbare Anzahl an Waffen und insbesondere der Enterhaken machen das Spiel zu einem echten Erlebnis. Da kann man dann auch über die ein oder andere technische Unzulänglichkeit hinwegsehen.

Wer also Bock auf einen etwas anderen Open-World-Shooter hat, der sich selbst nicht ganz so ernst nimmt, der wird bei Just Cause 4 fündig werden.

Just Cause 4 (Xbox One)