Kingdom_aufmacher

Seit kurzem ist das Rollenspiel Kingdom Come: Deliverance nun auf dem Markt. Doch der Weg dahin war deutlich schwieriger, als man vielleicht vermuten würde für die Entwickler Warhorse Studios. Denn diese fanden partout keinen Publisher für ihr Werk und mussten erst den Umweg über Crowdfunding nehmen und damit zeigen, dass das Interesse an dem Spiel durchaus da ist. Doch auch diese Hürde konnte genommen werden und nun ist der Titel im Handel erhältlich. Doch haben sich all die Mühen gelohnt? Wir haben das Rollenspiel für euch getestet.

Anders als vielleicht erwartet
Bei Kingdom Come: Deliverance werdet ihr es zur Abwechslung mal nicht mit Zauberern, Drachen, Orks oder anderen Fabelwesen zu tun haben. Vielmehr verschlägt euch der Titel in das 15. Jahrhundert. Ganz konkret heißt das, ihr schlüpft in die Rolle von Heinrich, Sohne eines Schmiedes. Soweit so unspektakulär, denn ihr seid eben auch kein klassischer Held, sondern eher „normaler“ Durchschnittsbürger. Als dann ein Krieg ausbricht müsst ihr euern eigenen Augen mit ansehen, wie eure Eltern im Rahmen eines regelrechten Massakers getötet werden. Und was könnte man in dieser Situation anderes tun als Rache zu schwören? Eben! Also zieht ihr in den Kampf, nur eben nicht gegen Orks & Co.

Klein, aber fein
Während andere Rollenspiele mit riesigen Spielwelten aufwarten, fällt diese in Kingdom Come: Deliverance  eher überschaubar aus. Das ist aufgrund des begrenzten Budgets auch durchaus nachvollziehbar, wirklich tragisch ist es aber auch nicht. Denn dafür ist die Spielwelt sehr liebevoll gestaltet und zudem gut „belebt“ – und genau das hat schließlich einen entscheidenden Einfluss auf das Spielgefühl. Doch nicht nur das, natürlich auch der Spielablauf selbst. Und so beginnt man als Niemand und verbessert stetig seine eigenen Fähigkeiten auf dem eigenen „Rachefeldzug“. Und dabei gibt es einen gravierenden Unterschied zu vielen anderen RPGs – es gibt ein Zeitlimit, viele Quests verfallen mit der Zeit. Aus meiner Sicht eine durchaus positive Neuerung. Allerdings gibt es hierbei auch ein Problem, genauer gesagt mit dem Speichersystem. Denn gespeichert wird meist nur an sehr schlecht gelegenen Speicherpunkten, mittels eines teuren Speicherschnaps oder durch schlafen. Letzteres ist zwar kostenlos, aber es kann passieren, dass ihr Quests verschlaft. Da muss man sich in der Tat gut überlegen, ob man speichert oder nicht.

Kampfsystem & Bugs
Kommen wir zu einem ebenfalls nicht unbedeutenden Teil des Spiels – der Kampfmechanik. Und die hat es in sich, Verhaltensweisen aus anderen Rollenspielen helfen euch hier nur bedingt weiter. Denn habt ihr erst einmal zwei oder gar mehr Gegner an der Backe die euch töten wollen, wird es für euch ganz schön brenzlig mitunter. Denn ihr könnt euch nicht ohne Weiteres mit ein paar Moves gegen ganze Horden von Gegnern durchsetzen, hier setzt Kingdom Come: Deliverance klar auf Realismus.

Doch kommen wir nun zu einem leider nicht so schönen Thema: Bugs. Denn davon gibt es Kingdom Come: Deliverance leider so einige. Diese machen das Spiel zwar nicht unspielbar, erschweren euch das Leben mitunter aber deutlich. Damit sind nämlich nicht nur technische Fehler wie aufploppende Objekte gemeint, sondern auch Probleme beim Balancing.  Für mich ist es unverständlich, wie viele Fehler ihren Weg an der Qualitätskontrolle vorbeigefunden haben, aber sei es drum. Wenn man also hart im Nehmen ist, kann direkt loslegen. Alternativ wartet man vielleicht noch ein paar Wochen, bis die Entwickler die groben Schnitzer in Form von Patches ausgemerzt haben.

Fazit
Ein Fazit zu Kingdom Come: Deliverance zu ziehen ist nicht ganz einfach. Denn der Titel hat eigentlich alles, was ein gutes Rollenspiel ausmacht. Es bietet eine abwechslungsreiche und lebendige Spielwelt, spannende Quests, ein gelungenes Kampfsystem, eine gelungene Synchronisation und vieles mehr. Auf der anderen Seite trüben jedoch viele, teilweise elementare Bugs den Spielspaß. Und da muss man sich tatsächlich überlegen, ob man sich zum jetzigen Zeitpunkt, den Titel wirklich zulegen möchte. Werden die Probleme jedoch behoben, hat der Titel wirklich das Zeug zum ganz großen Wurf – dafür reicht es zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht ganz.

Kingdom Come: Deliverance (Xbox One)