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Seit kurzem ist es nun endlich soweit und Microsofts heiß erwartetes Piratenabenteuer Sea of Thieves ist für die Xbox One erhältlich. Doch wie schlagen sich die Freibeuter auf hoher See? Und gibt es genug Abwechslung um auch auf Dauer zu motivieren? Wir haben uns den neusten Rare-Titel angeschaut und sind für euch in See gestochen.

Ungewöhnlicher Einstieg
Bevor es richtig losgeht, könnt ihr euch zu Beginn einen Piraten auswählen. Dabei habt ihr allerdings nur die Wahl zwischen zufällig erzeugten Charakteren, einen Editor gibt es nicht. Als nächstes müsst ihr euch dann noch entscheiden, ob ihr alleine oder mit einer großen Crew anderer Freibeuter in See stechen wollt Und dann kann es auch schon losgehen. Und genau dieser Start ist tatsächlich etwas überraschend. Denn im Gegensatz zu anderen Spielen, die euch mittels Tutorials langsam in das Spiel einführen, werdet ihr bei Sea of Thieves ins kalte Wasser geworfen. Und so taumelt ihr aus einer Taverne und seht am Horizont euer Schiff für das nächste Abenteuer vor Anker liegen. Doch wie geht es weiter und was müsst ihr eigentlich machen? Das müsst ihr durch Gespräche mit den NPCs selbst herausfinden. Das mag auf der einen Seite zwar durchaus spannend sein, auf der anderen Seite wären konkrete Hinweise, z.B. wie man an neue Missionen kommt, durchaus hilfreich gewesen.

An Bord
Zu Beginn stehen euch Einstiegsquests zur Verfügung. Für diese braucht ihr zwar kein Gold, viel bringen diese euch dafür dann aber auch nicht ein. Doch mit jeder absolvierten Mission steigt euer Ansehen beim jeweiligen Questgeber. Und mit gestiegenem Ansehen werden euch schwierigere, dafür aber auch lohnenswerte Missionen angeboten. Viel mehr gibt es dann auch nicht zu erzählen, denn weder euer Charakter verfügt über ein Levelsystem noch haben die Waffen und Kleidungsstücke Attribute oder unterschiedliche Schadenspunkte. Einziger Vorteil: Alle Spieler haben die gleichen Voraussetzungen und ihr könnt auch problemlos mit erfahrenen Freunden zusammenspielen, einen Unterschied werdet ihr so nicht feststellen.

Habt ihr eine Mission ergattert, geht es an Bord eures Schiffs. Das Besondere: Jeder Mitspieler legt seine Wunschmission auf den Questtisch. Und dann wird gemeinschaftlich abgestimmt, welche Mission gespielt wird. Und dann geht es auch schon los. Und ab sofort müsst ihr als Crew zusammenhalten, schließlich gibt es auf dem Schiff einiges zu erledigen.Gemeinsam lichtet ihr den Anker, setzt die Segel, kundschaftet die Umgebung aus und klemmt euch hinter das Steuerrad. Die Aufgaben funktionieren allesamt recht intuitiv, sodass jedes Crewmitglied eine Tätigkeit ohne große Einarbeitung übernehmen kann. Das ist auch gut so, denn Hilfen werden euch auch hier nicht angeboten.

Teamwork
Damit eure Piratencrew gut zusammenarbeitet, ist die Kommunikation besonders wichtig. Daher solltet ihr neben euerm Headset auch die Chatfunktion nutzen. Mit letzterer könnt ihr per Steuerkreuz verschiedene Nachrichten abschicken und dadurch z.B. Hilfe beim Einholen des Ankers anfordern oder ein Hissen des Segels veranlassen. Je besser ihr euch abstimmt, desto größer sind natürlich auch eure Chancen, die feindlichen Crews zu besiegen. Doch natürlich kann es auch vorkommen, dass ihr durch den gegnerischen Beschuss in brenzlige Situationen geratet. So müsst ihr auch schon mal schnell unter Deck gehen, mit Holzbrettern Löcher im Schiff  „flicken „ und es dadurch vor dem Sinken bewahren. Solltet ihr es nicht schaffen und euer Schiff geht unter, sind nicht nur eure Schätze verloren, sondern auch der Fortschritt der aktuellen Mission. Könnt ihr euch lebend von Bord retten, führt euch eine Meerjungfrau zum respawnten Schiff zurück.

Imposante Seeschlachten
Sea of Thieves bietet eindrucksvoll inszenierte Seeschlachten mit echtem Nervenkitzel. Schließlich könnte jeder Treffer verheerende Folgen und jede Handlung weitreichende Auswirkungen haben. So könnt ihr beispielsweise auf der Flucht die Segel in Richtung des Windes ausrichten, um schneller vorwärts zu kommen. Oder ihr leitet durch das Lichten des Ankers eine schnelle 180-Grad-Wende ein, um euern Widersachern zu entkommen. Doch nicht nur gegnerische Piraten machen euch das Leben schwer, auch ein riesiger Kraken in den Tiefen des Ozeans hat es darauf abgesehen, euer Schiff auseinander zu nehmen. Zudem setzen euch dramatische Unwetter ordentlich zu.

Habt ihr es trotz aller Widerstände zur Schatzinsel geschafft, erwarten euch malerische Strände und grüne Landschaften. Mittels einer Schatzkarte macht ihr euch auf der Insel auf die Suche nach dem Schatz, um ihm schlussendlich auszubuddeln. Hin und wieder kommt es vor, dass ihr auf eine Flaschenpost, eine herrenlose Truhe oder Skelette trefft, die sich euch in den Weg stellen. Diese müsst ihr dann aus dem Weg räumen, entweder mit dem Schwert oder der Schusswaffe. Wirklich fordernd ist das allerdings nicht und geht nicht über ein simples Button-Gedrücke hinaus. Und auch sonst habt ihr davon nichts weiter, es gibt schließlich keine Erfahrungspunkte oder Ähnliches.

Cel-Shading auf hoher See
Sea of Thieves setzt komplett auf Cel-Shading-Optik. Und diese Entscheidung war goldrichtig, denn der comichafte Look passt wirklich verdammt gut zum Spiel. Die Charaktere sehen hübsch aus, die Landschaften überzeugen und besonders die Wettereffekte sind toll gelungen. Ein besonderes Lob verdient die Darstellung des Wassers, besonders die realistischen Wellen und Schaumkronen auf dem Meer haben es mir dabei angetan. Und auch die Landschaften sehen nett aus, wenngleich die Inseln noch etwas mehr „Leben“ vertragen könnten. Dass ihr euch aber als ein richtiger Pirat fühlen könnt, daran haben der Soundtrack und die Soundeffekte einen entscheidenden Anteil. Hier passt wirklich alles und lassen echte Freibeuterstimmung aufkommen.

Fazit
Die Bewertung von Sea of Thieves ist nicht ganz einfach. Auf der einen Seite bietet der Titel ein wirklich erstklassiges Piraten-Abenteuer mit toller Optik, tollem Sound und tollen Multiplayer-Elementen. Vor allem mit Freunden gemeinsam macht es eine Menge Spaß auf Beutejagd zu gehen. Auf der anderen Seite aber fehlt dem Spiel etwas der Tiefgang abseits der Seegefechte. Wieso gibt es auf den Inseln nicht mehr zu entdecken? Hier wird eine Menge Potential verschenkt. Immerhin hat Entwickler Rare versprochen hier mit der Zeit noch nachzubessern. Das wollen wir hoffen, denn ansonsten könnte es auf Dauer vielleicht etwas eintönig werden. Und das wäre schade, denn Sea of Thieves hat definitiv das Potential, ein ganz großer Titel zu werden.

Sea of Thieves (Xbox One)